
Bevor ich meine eigene Kanzlei hatte, war ich in einer kleinen Steuerkanzlei angestellt, die einzige Vollzeitkraft im Team. Mit der Zeit hab ich immer mehr Verantwortung übernommen: Unternehmensführung, Teamführung, sogar den kompletten Einstellungsprozess für neue Kolleg:innen.
Meine damalige Chefin hat die Kanzlei verkauft. Ich bin mitgewechselt, aber aus der Unternehmerin wurde über Nacht wieder eine reine Sachbearbeiterin. Kapitalgesellschaftsabschlüsse am Fließband, Umsatz wichtiger als Gewinn, weil der Fokus der neuen Geschäftsleitung anders aussah.
Genau da hab ich gemerkt, dass mich das Steuerrecht selbst gar nicht antreibt. Ich lerne gern, aber reine Deklaration oder komplizierte Steuergestaltung sind nicht meins. Was mich antreibt, ist unternehmerisch zu denken, mit Menschen, die das genauso tun. Also hab ich mich selbstständig gemacht, mit meiner eigenen Kanzlei, in der ich das kann.
Ich betreue keine Kapitalgesellschaften. Der Grund ist nüchtern. Eine GmbH oder Holding lohnt sich steuerlich meist erst ab einem Gewinn von 180.000 bis 200.000 Euro im Jahr. Darunter zahlt man vor allem für Struktur, die man noch nicht braucht. Mir geht's um Einzelunternehmer:innen ab ca. 60.000 € Jahresumsatz, deren Unternehmen läuft und die es mit Plan weiterführen wollen. Wer eine GmbH oder Holding gründen will, ist bei einer Kollegin oder einem Kollegen aus meinem Netzwerk besser aufgehoben, an die vermittle ich gern weiter.
Was für mich zählt, ist nicht die Rechtsform, sondern die Haltung.
Ich wähle bewusst aus, mit wem ich arbeite. Wenn ich merke, dass der persönliche Fit nicht stimmt, lehne ich ab, auch wenn das Mandat wirtschaftlich interessant wäre. Das ist keine Anmaßung, sondern Selbstschutz: Ich stecke meine Energie lieber in Menschen, die meine direkte Art schätzen, als in Kämpfe gegen Windmühlen.
Ich bin neurodivergent.
Ich rede deshalb sehr direkt, halte den Small Talk kurz und erkenne Muster oft schon, bevor daraus überhaupt ein Problem wird. Ich stelle Dir Fragen, die im ersten Moment unbequem sein können, Dich aber langfristig weiterbringen.
Ich duze grundsätzlich jede und jeden. Nicht aus Respektlosigkeit, sondern weil mir Nähe wichtiger ist als Distanz. Ich behandle Dich als den eigenverantwortlichen Menschen, der Du bist, egal ob Du mehr oder weniger Erfahrung hast als ich. Und wenn Du etwas nicht verstehst, ist das für mich ein Zeichen, dass ich es besser erklären muss, nicht dass Du zu wenig weißt.
Wie ich Beratung verstehe, erkläre ich gern mit dem Klettern. Ich trage Dich nicht den Felsen hoch, denn dann kommst Du ohne mich nie wieder rauf. Ich klettere vor, zeige Dir, wo Du greifen und wohin Du steigen kannst, und dann kletterst Du selbst. Rutschst Du ab, probierst Du es noch mal. Danach kannst Du es auch ohne mich.
Wenn bei mir der Hyperfokus kickt, arbeite ich mich autodidaktisch komplett in ein Thema ein, bis ich es verstanden habe. Der Nebeneffekt: Über die Jahre ist einiges an Kollateralwissen hängengeblieben, weit über Steuern hinaus, weil mein Hirn permanent neue Informationen suchtet. Das gebe ich gern weiter, wenn's Dich weiterbringt.
Wir werden eng zusammenarbeiten, deshalb muss die Chemie stimmen. Buch die digitale Tasse Kaffee, ein unverbindliches Erstgespräch.
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